Unsinn der Beschulung

Stell dir vor, du hast großen Hunger und jemand zwingt dich, zu essen. Wie gut würde es dir wohl schmecken?


Lernen ist ein Bedürfnis wie Essen und Schlafen. Kinder lernen in ihren ersten Lebensjahren genau so selbstverständlich wie sie atmen. Ganz von alleine lernen sie sprechen und laufen. Wer hat jemals einem einjährigen Kind gesagt: "Du musst dich erst an dem Stuhl hochziehen, dann die Füße aufstellen, den einen Fuß vor den anderen setzten ...!"?

Wenn es in die Schule kommt, ändert sich beim Kind zunächst nichts. Nur die Erwachsenen denken, dass sie jetzt diejenigen wären, die wüssten, was das Kind nun wann und wie zu lernen hätte. Schon nach kurzer Zeit beginnen die ersten Schüler mit Gegenwehr und verlieren die Lust am Lernen. Sie weigern sich, Hausaufgaben zu machen, stören und zappeln in der Schule, sind traurig oder wütend, weil sie den gestellten Ansprüchen nicht gerecht werden wollen oder können. Spätestens ein Jahr nach dem oft heiß ersehnten Schulanfang findet dann ein Großteil der Schüler die Schule "doof". Das ist schon seit Jahrzehnten eine bittere Wahrheit, die wir Erwachsenen meist mit einem wissenden Lächeln akzeptieren.


Kommen wir noch mal zurück auf den Eingangssatz: "Stell dir vor du hast Hunger und jemand zwingt dich zu essen!" Welchen Sinn hat es, einen hungrigen Menschen zum Essen zu zwingen? Was macht es für einen lernhungrigen sechsjährigen für einen Sinn, zum Lernen gezwungen zu werden.


Kinder haben jahrelang Spaß am Lernen. Sie lernen im Spiel, in der Natur mit Freunden, mit Erwachsenen ... . Sie lernen Sprechen, Laufen, Bauen, Schwimmen, Backen, Malen, ... Jeder auf unterschiedliche Art in seinem Tempo. Wieso nehmen wir ihnen dann die Verantwortung und zwingen sie in eine völlig vom Leben abgeschnittene Einrichtung um zu lernen?


Diesen Fragen müssen wir uns endlich stellen, Mobbing, Gewalt an den Schulen, depressive Schüler und Lehrer, Kopfschmerzen, Schulängste ... und so weiter, nehmen ständig zu. Es ist dringend notwendig, die Schule an die Lebenswelt der jungen wissbegierigen Menschen anzupassen. Ziel muss es sein, dass sie ihr Lernen weitestgehend frei und selbstständig gestalten und die volle Verantwortung für ihr Lernen tragen dürfen.


Dass sie das können und wollen, haben sie uns 6 Jahre lang bewiesen. Auch das Lernen ohne Schule darf kein Tabu mehr sein. Eine Veränderung in diese Richtung ist mit einem Paradigmenwechsel im Denken der Gesellschaft verbunden. Wir können es uns nicht ungestraft leisten, noch lange damit zu warten.





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